Pfahlbauten

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Pfahlbauten in Fertörákos

Ein Pfahlbau ist ein zumeist aus Holz oder anderen leichten Bauteilen konstruiertes Bauwerk, da mangels soliden Fundaments in einem stehenden oder langsam fließenden Gewässer auf Pfählen aus massivem Holz oder Beton steht.

Am Neusiedler See existieren verschiedene Arten von Pfahlbauten. Zum einen sind die Badehütten in der Ruster Bucht oder in Mörbisch Pfahlbauten aus Holz, zum anderen sind die Ferienhäuser im ungarischen Fertörákos größere, massiver konstruierte Pfahlbauten, die auf Betonpfeilern stehen.

Technik

Zunächst werden in geraden Linien angeordnet massive Pfähle aus Holz oder Beton in den Seeboden geschlagen. Auf die aus dem Wasser ragende Fläche dieser Poller werden dann Latten fixiert, die wiederum als Träger für weitere Holzteile dienen, die letztlich den Steg ergeben. Somit wird eine im Wasser völlig freistehende Plattform errichtet, auf die man in weiterer Folge die Hütte bzw. das eigentliche Bauwerk baut.

Kritik

Pfahlbauten, die nicht notwendigerweise über einen direkten Landzugang verfügen müssen, haben für sich, dass sie mitten im Wasser stehen, nur mit dem Boot zu erreichen sind und daher eine gewisse Loslösung von der Zivilisation vermitteln.

Problembereiche ergeben sich einerseits aufgrund der Schwankung des Wasserstandes und andererseits aufgrund der Verwitterung und Vermoderung des Konstruktionsmaterials Holz.

Im ersten Fall ist es bei Errichtung des Pfahlbaus wichtig, den aktuellen Wasserstand des Sees einem über mehrere Jahre errechneten durchschnittlichen Wasserstand gegenüberzustellen. Geht man nämlich irriger Weise davon aus, dass der Wasserstand des Neusiedler Sees stets gleich bleibt und erfolgt die Errichtung in einem Jahr mit besonders niedrigem Wasserstand, läuft man Gefahr, dass der Pfahlbau überschwemmt wird, wenn das Wasser über Jahre hindurch steigt.

Im zweiten Fall ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, ob die tragenden Konstruktionsteile noch stabil und verlässlich sind. Dies ist inbesondere bei jenen Holzteilen problematisch, die nicht ständig im Wasser, sondern von der Wasserstandsschwankung betroffen sind. Diese Teile der Pfähle verwittern - bedingt durch das ständige Wechselspiel zwischen trocken und feucht - schneller. Ebenso sind die tragenden Balken des Steges aufgrund von Sonneneinwirkung und Regenwasser einer schnelleren Verwitterung ausgesetzt. Diese gilt es rechtzeitig zu erneuern.

Siehe auch