Purbacher Türke

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Der Purbacher Türke ist das Wahrzeichen der Gemeinde Purbach am Neusiedler See. Die steinerne Figur befindet sich auf dem Rauchfang des Hauses Schulgasse 9 und ist von der Bundesstraße aus vom Haupttor Richtung Breitenbrunn auf der rechten Seite zu sehen. Die Gestalt des Purbacher Türken geht auf eine Sage zurück.

Sage

Der Purbacher Türke
Demnach sollen 1532, als die Osmanen Wien belagern wollten, einige Türken in Purbach eingefallen sein. Die Bevölkerung flüchtete ins nahe Leithagebirge. Dabei soll ein türkischer Soldat zunächst in einem Weinkeller ausgiebig vom guten Wein getrunken haben, sodass er den Abzug seiner Kameraden verschlief. Er erwachte, als die Purbacher schon zurückgekehrt waren und versteckte sich, bis es Finster wurde. Er schlich sich sodann in die Küche, wo der Mond durch den Rauchfang schien und kletterte ihn hinauf. Als er oben ankam, schaute er aus dem Schornstein, woraufhin sich plötzlich reges Treiben auf der Straße aufmachte. Er zog sich zurück und wartete, doch da hatten die Purbacher ihn schon entdeckt. Als er nicht herunterkommen wollte, beschloss man, ihn auszuräuchern. Schließlich musste der Türke ob des starken Rauchs aus dem Schornstein klettern und wurde gefangen genommen.

Die Purbacher überlegten nun, was man mit dem Soldaten machen sollte. Es wurde beschlossen, dass ihm nichts geschehe, wenn er den christlichen Glauben annehme und sich fortan als Knecht in die Leibeigenschaft des Besitzers jenes Hauses begebe, aus dessen Schornstein er gekrochen war. Der Türke nahm an, ließ sich taufen und blieb zeit seines Lebens ein treuer Diener seines Herrn.

Nach seinem Tod ließ dieser einen Türkenkopf aus Stein hauen und setzte ihn auf den Rauchfang, aus dem der Soldat einst geklettert war.

Historischer Hintergrund

Die Sage lässt sich nicht nachprüfen bzw. gibt es keine Belege für die geschilderten Umstände. Es ist lediglich die Taufe eines Türken in Purbach mit dem Datum 07.12.1669 belegt.

Literatur

  • Adolf Parr, Lesebuch für die burgenländischen Volksschulen Teil II, Wien/Leipzig 1929, S. 191f
  • Leander Petzoldt (Hrsg), Sagen aus dem Burgenland, München 1994, S. 156ff.

Weblinks